Personalmarketing auf Facebook: So klappt’s mit der Karriereseite!

Von McDonald’s über Audi bis zu Lufthansa – große Unternehmen und Institutionen haben mittlerweile eine Karriereseite bei Facebook. Sie nutzen den neuen Kanal, um die junge, Social Media-affine Zielgruppe – die Generation Y – zu erreichen, sich als Arbeitgeber bestmöglich zu präsentieren und authentisch Einblick hinter die Kulissen zu geben. Doch warum trauen sich allenfalls die Global Player Personalmarketing auf Facebook zu betreiben? Warum springen nicht mehr Unternehmen, insbesondere auch mehr Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), auf diesen Zug auf?

 

Hinfort mit den Ängsten!

Zum einen liegt das sicherlich an den personellen Ressourcen, die kleineren Unternehmen dafür fehlen. International agierende Unternehmen hingegen haben in den letzten Jahren bereits eigene Abteilungen für Employer Branding, Recruiting und Talent Management geschaffen. Zum anderen hemmt sicherlich die Angst über einen möglichen Kontrollverlust in Sachen Kommunikation und das damit verbundene Risiko eines Imageschadens.

Bestimmt bekommt ihr Mitarbeiter im Bereich Personal oder Kommunikation diese Einwände von Vorgesetzten oft zu hören. Sie gehören vielleicht noch der älteren Generation an und es fällt ihnen eben schwer, sich in die junge Zielgruppe hineinzuversetzen. Was könnt ihr also tun, um bei den Verantwortlichen für eine Karriereseite zu werben? Ihr könnt mit einer guten Vorbereitung punkten!

Quelle: Facebook

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Nicht ohne Content-Strategie!

Auch für eine Karriereseite bei Facebook braucht es eine Strategie, einen Fahrplan für eure Kommunikation. Wen wollt ihr erreichen und mit welchem Ziel? Wann hält sich eure Zielgruppe dort auf? Welchen interessanten Content gibt’s im Unternehmen? Und wer kann diesen bereitstellen? Welche Formate kann ich überhaupt realisieren? Und wie viel Aufwand bedeutet das in Zahlen?

Wenn es keine Chance auf ein Inhouse-Team gibt, das die Facebook-Seite managen wird, so könnt ihr euch auch von Digital-Agenturen unterstützen lassen. Diese erstellen dann die Beiträge, schalten Ads und übernehmen auch das Monitoring. Bei dieser Variante sollte mindestens ein Verantwortlicher im Unternehmen als Ansprechpartner bzw. ein Stellvertreter bestimmt werden. Denn dieser muss der Agentur das entsprechende Material für die Facebook-Beiträge zuarbeiten. Warum? Die Karrieremöglichkeiten des Unternehmens sollten so authentisch wie möglich der Zielgruppe kommuniziert werden: Welche Ausbildungsberufe gibt es und wer sind eigentlich die Mitarbeiter hinter den Jobs? Welche Aufstiegschancen haben Young Professionals? Was trägt zu einer guten Arbeitsatmosphäre bei? Wie sieht der Arbeitsplatz aus? Und welche Benefits werden Fachkräften geboten u.v.m.?

Oft liegt das Material für den Content in verschiedenen Bereichen bzw. Abteilungen. Am besten ihr bereitet die jeweiligen Stakeholder vor Start der Seite darauf vor und bindet diese aktiv mit ein. So gerät der Facebook-Verantwortliche später nicht in „Content-Not“. Wenn ihr von Beginn an dahinter bleibt und Mitarbeiter schließlich die Veröffentlichung ihres Materials auf der Seite sehen, dann wird die Zulieferung immer besser laufen.

 

Quelle: Facebook

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Community Management vorbereiten!

Es braucht nicht nur regelmäßigen Content für ein gelungenes Arbeitgeber-Profil auf Facebook, auch die Fragen der Fans bzw. potenziellen Bewerber müssen fundiert beantwortet werden können. In logistischer Hinsicht ist es natürlich ratsam, die Antworten bzw. Reaktionen darauf vom Ansprechpartner im Unternehmen selbst managen zu lassen. Wird das Community Management doch an eine Agentur ausgelagert, so ist auch hier etwas Vorbereitung sinnvoll. Spielt einfach vorab gedanklich ein paar Szenarien durch und erstellt gemeinsam mit dem Community Manager eine Liste mit Fragen und möglichen Antworten, z.B. zu Tarifen, Arbeitsinhalten, -abläufen und -zeiten, Ausbildungsdauer oder auch Berufsschulinfos. In der Anfangszeit braucht die Agentur womöglich inhaltliche Hilfestellung für Antworten – plant dafür am besten Arbeitszeit beim Ansprechpartner sowie Spezialisten der Fachbereiche mit ein. Darüber hinaus ist auch die Anschaffung eines Community Management Systems anzuraten, mit dem Fälle dokumentiert werden können und so immer wieder darauf zugegriffen werden kann (ggf. tut es auch eine Excel-Liste).

Natürlich kann es zu kritischen Fragen und Beschwerden kommen – sogar von unzufriedenen oder auch ehemaligen Mitarbeitern. Stellt euch darauf ein und bildet hiefür eine Task Force sowie einen Notfallplan für einen Shitstorm: Wer steht wann bei welcher Art von Nutzerbeiträgen für welche Themen bzw. Fragen im Unternehmen zur Verfügung. Löscht aber Kritik nicht einfach von der Seite, sondern stellt euch dieser. Das bringt dem Arbeitgeber viel mehr Glaubwürdigkeit und Standing. Es sei denn, ihr habt es mit „Trollen“ zu tun – dann reagiert besser nicht (mehr) auf ihre Kommentare.

Aus meiner Sicht ist die Nachrichtenfunktion der Facebook-Seite von elementarer Bedeutung. Auf Wunsch eures Vorgesetzten könnt ihr diese zwar abschalten, empfehlen würde ich es jedoch nicht. Berufliche Neuorientierung, Karrierechancen, Jobwechsel & Co. sind ein sensibles Thema, das Interessenten nicht immer öffentlich diskutieren möchten. Ob Beschwerden zu Bewerbungsverfahren oder Kritik an Arbeitsbedingungen – mit der Nachrichtenfunktion könnt ihr auch Diskussionen von der öffentlichen Seite in diesen vertraulicheren Bereich lenken und dort den Dialog fortsetzen. Dem Nutzer und euch gibt dieses Verfahren einfach mehr Sicherheit und Diskretion.

Quelle: Facebook

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Mitarbeiter zu Botschaftern machen!

Nicht nur für das Recruiting von Fachkräften lässt sich die Karriereseite nutzen, sondern auch um Mitarbeiter gezielt zu Botschaftern des Unternehmens zu machen. Wie bereits erwähnt, können auch kritische Äußerungen hochkommen. Doch sind einmal Fürsprecher gefunden, so teilen diese auch gern Beiträge mit ihrem privaten Freundesnetzwerk und vielleicht befindet sich darunter der ein oder andere Jobinteressent. Botschafter fungieren darüber hinaus auch als „freiwillige“ Task Force. Sie können den Community Manager im Beantworten von (kritischen) Fragen und Kommentaren erheblich unterstützen. Alles in allem bekommen Azubis und Fachkräfte von morgen auf diese Weise Feedback aus erster Hand – was kann es besseres geben! Sicher ist sicher: Erstellt eine extra Social Media Guideline, um den Mitarbeitern einen Fahrplan für die Kommunikation auf der Facebook-Karriereseite zu geben.

Der Beitrag ist Ende Dezember 2015 zuerst auf dem Blog des BVCM erschienen.

 

 

 

 

 

Quellen:

Be Lufthansa

Audi Karriere

McDonald’s Karriere

Foto: http://unsplash.com (Tran Mau Tri Tam)

 

Friederike Schmidt ist studierte Literatur- und Kommunikationswissenschaftlerin. Zwischen Bachelor- und Masterstudium lernte sie das Texterhandwerk bei der Digitalagentur argonauten360° (heute: Geometry Global) in Düsseldorf. Nach verschiedenen Stationen in PR und Marketing und einer Weiterbildung zur Social Media Managerin (SMA), arbeitete sie über sechs Jahre freiberuflich als Social Media Managerin, Texterin und Content Strategin sowie Beraterin und Trainerin. Nach einem Abstecher nach München, ist sie bereit für eine neue berufliche Herausforderung.

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